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Vorwort
Im Laufe der letzten Jahre, seit ich durch mein erstes DIY-Projekt einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht habe, der insbesondere durch meine YouTube-Videos noch deutlich gestiegen ist, habe ich viele Fragen aus der ganzen Welt bekommen.Einerseits genieße ich natürlich das Gefühl, dass sich jemand für mein Tun interessiert und dass ich vielleicht jemandem helfen konnte, andererseits sind die meisten Fragen, die ich bekommen habe, für mich persönlich reine Zeitverschwendung.
Da in letzter Zeit durch die Fragerei derart viel meiner Freizeit drauf ging, dass meine eigenen Projekte nicht mehr voran gekommen sind und es mir seelisch stetig schlechter ging, möchte ich hier nun ein paar Beispiele anbringen, welche Art von Fragen ich nicht mehr bekommen möchte, und weswegen ich es inzwischen auch einigermassen schwierig gemacht habe, dass mich jemand etwas fragt. Wobei es immer noch extrem leicht ist, doch dazu mehr, wenns ums Thema Nutzung des eigenen Hirns geht.
Selbstverständlich soll das Ganze aber dennoch einen konstruktiven Charakter bekommen, ich möchte sicherlich nicht alles schlecht machen, was an Laienfragen rein kommt, sondern werde auch dazu erklären, warum ich die jeweilige Frage für schlecht befunden habe, und warum ich der Meinung bin, dass sie nicht hätte gestellt werden müssen.
Best-of der lästigen Fragen
Die aufgeführten Beispielfragen sind nicht zwangsläufig im Originaltext wiedergegeben, sondern sinngemäss umformuliert und angereichert, um ohne einen eventuellen Kontext wie ein YouTube-Video, in dem sie als Kommentar oder auf das sie als Frage gestellt wurden, Sinn zu ergeben.Know-how-Probleme
Es freut mich ja, dass ich enthusiastische werdende Elektronikbastler mit meinen Werken inspiriere, aber ich kann unmöglich der ganzen Welt ein Grundwissen an Elektronik vermitteln. Dafür sind Schulen zuständig, auch gibt es viele Webseiten, die das Thema umfassend erklären. Es gibt hier keine Art Direkteinstieg in die Synthesizerentwicklung, das ganze Thema Elektronik setzt ein fundiertes Grundwissen voraus.Das geht sogar so weit, dass ich selber gar nicht so ein massives Wissen über all die Geräte, die ich in den Fingern hatte, habe, sondern mich auf das Grundwissen beschränke, welches für die Elektronik notwendig ist, und darauf aufbauend abhängig von der (meistens auch selber definierten) Anforderung diese kleinen Puzzleteile zusammen baue. In meinen Augen kann jeder für sich selber ein Spezialist für ein spezielles Gerät werden, indem er anfängt, logisch zu denken und bekanntes Wissen anwedet. Der positive Nebeneffekt ist, dass er eigentlich dann mit allen Geräten klar kommt, wenn er sich einfach mal den Schaltplan anschaut und die Arbeitsweise durch Nutzung von Grundkenntnissen versteht. Sich dann mit irgendetwas besonders gut auszukennen, ist dann noch reine Erfahrungssache. Dies gilt übrigens nicht nur für die Elektronik, sondern ist auch Basis meines Berufslebens - Probleme in der IT schnell und effizient lösen zu können, nur auf der Basis, zu wissen, was in der Maschine passiert und darauf aufzubauen, was die Software mit der Maschine macht, oft hergeleitet aus der Überlegung, wie ich selber eine Lösung für ein Problem implementieren würde.
Ich habe keine Ahnung von Elektronik, gibt es eine vereinfachte Version des Projekts?
Eine ganz tolle Frage. Der Fragende hat also keine Ahnung von Elektronik und möchte deswegen eine vereinfachte Version meines Projekts. Wie viele Fehler erkennen wir in dieser Frage?- Ich habe keine Ahnung von Elektronik - gut. Das ist ja durchaus in Ordnung. Haben viele Menschen nicht, die haben dafür aber Ahnung von anderen Themengebieten. So habe ich z.B. auch überhaupt keine Ahnung von Herztransplantationen. Der Unterschied an dieser Stelle ist - ich versuche nicht, eine Herztransplantation durchzuführen, und wenn ich das dringende Bedürfnis dazu hätte, würde ich nicht wildfremde Leute damit nerven, sondern die üblichen Informationsquellen wie z.B. Internet-Suchmaschinen konsultieren. Das Beispiel mag vielleicht krass klingen, aber sorgt hoffentlich gerade deswegen für ein Verständnis der Situation.
- Gibt es eine vereinfachte Version - wenn es eine solche gibt, dann lässt sie sich durch Studium der verfügbaren Unterlagen zum Projekt ermitteln. Selbstverständlich ist hier Elektronikwissen notwendig, um zu entscheiden, was man vielleicht bei einem Projekt weglassen kann. Ohne Elektronikkenntnisse ist aber logischerweise auch eine vereinfachte Version vermutlich eine zu große Herausforderung, weil das Problem, zu verstehen, was man tut, trotzdem bestehen bleibt.
Kann ich das Bauteil XY für meinen Zweck AB einsetzen?
Der ITler sagt hier RTFM (read-the-fucking-manual). Das Selbe gilt in der Elektronik. Das Datenblatt zum Bauteil XY enthält meistens alle Informationen, die die Tauglichkeit für Zweck AB bestimmen lassen. Und wenn die Informationen dazu nicht ausreichen, handelt es sich möglicherweise wieder um ein Problem mit den Basiskenntnissen. Wenn man nicht in der Lage ist, eine Aussage über die minimale Betriebsfrequenz eines DACs (relevant bei Sigma-Delta-Wandlern) zu interpretieren, um zu entscheiden, ob er für die Ausgabe von konstanten Steuerspannungen (DC, 0Hz) geeignet ist, dann möchte ich über dieses Thema wirklich nicht allzu lange diskutieren. Bitte Hirn einschalten und nachdenken. Ausserdem finde ich es auch etwas sonderbar, dass Leute von mir erwarten, dass ich für sie Datenblätter studiere, die mich persönlich aktuell gar nicht interessieren, nur, um sie zu beraten. Wer Hardwareentwicklung betreiben will, sollte in der Lage sein, Datenblätter zu lesen und zu verstehen, ohne mich zu befragen.Wenn ich das Bauteil kenne, weils ichs selber schon eingesetzt habe, gibts gerne nen Tip, wenn die Frage nicht klar erkennen lässt, dass der Fragende nicht weiss, was er tut. Ansonsten keine Antwort oder Verweis auf diese Seite :)
Wie kann ich aus einem NE555 einen Oszillator mit mehreren Wellenformen bauen?
Umformuliert macht diese Frage etwa so viel Sinn wie "wie kann ich mit einer Stricknadel ein Zimmer möblieren?" oder "wie kann ich mit einer Kerze einen Kuchen backen?". Unmöglich ist es sicherlich nicht, aber die Tatsache, dass die Frage gestellt wird, deutet auf einen massiven Mangel an Fachwissen hin. Die effizienteste Lösung für mich wäre hier also das Liefern einer komplett durchentwickelten Schaltung für den Zweck - diese Dienstleistung stellen Ingenierbüros für viele 1000 EUR bereit. Warum sollte ich das also kostenlos machen? Abgesehen davon, dass ich kein Freund davon bin, Aufgaben mit ungeeigneten Mitteln zu lösen - und ein NE555 ist sicherlich für einige nette Gags geeignet, auch könnte er den Takt für einen digitalen Oszillator liefern, aber spätestens bei der Ansteuerung, um musikalisch sinnvolle Frequenzen aus z.B. einem MIDI-Input zu bekommen, wirds dann mit dem 555 doch mehr Overhead als bei gängigen Oszillatorschaltungen und aus dem generierten Rechteck lassen sich andere Wellenformen auch nicht wirklich einfach ableiten. Ein Sägezahn-Kern ist da deutlich besser geeignet, und auch an den Pins mit dem RC-Glied bietet ein 555 nun wirklich keinen echten Sägezahn.Vorgearbeitete Lösungsansätze
Was auch gerne mal gefragt wird, sind Lösungen für Probleme, die auf den ersten Blick nicht so schwierig aussehen, aber im Laufe der Zeit stellt sich dann durch die Diskussionen heraus, dass das eigentliche Problem ein ganz Anderes ist. Mir fällt gerade kein Beispiel ein, aber ich hatte es schon öfter, dass jemand sich schon durchaus Gedanken über die Lösung eines Problems gemacht hat, was ich definitiv auch sehr begrüße, aber dann in den Details auf einen weniger optimalen Weg gekommen ist, der ihn in eine Sackgasse führte, für die er von mir eine Lösung haben möchte.Daher ist es sinnvoll, bei solchen Fragen immer auch kurz zusammen zu fassen, was das eigentliche Ziel ist, einen Überblick über das Gesamtbild zu vermitteln, damit ich rechtzeitig erkennen kann, dass sich das Thema in eine ungeeignete Richtung entwickelt und gleich zu Anfang andere Ansätze anbringen kann, die vielleicht effizienter und einfacher zu realisieren sind.
Kannst Du mir das Gerät XY reparieren?
Klare Antwort - nein. Das liegt sicherlich nicht am Können, und Beobachter stellen auch fest, dass ich dies durchaus weit mehr als einmal praktiziert habe. Allerdings gibts bei dem Thema einige Probleme. Wenn ich angemessene Stundensätze für Reparaturen/Restaurierungen kassieren würde, wäre die Aktion nicht nur teilweise ziemlich teuer, sondern ich müsste auch, um nicht irgendwann wegen Steuerhinterziehung Eins auf den Deckel zu bekommen, ein Gewerbe dafür anmelden und tendenziell Steuern abführen. Der dadurch entstehende Verwaltungsaufwand kostet auch Zeit, die natürlich auch irgendwo mit auf die Preise verrechnet werden müsste, wodurch es noch teurer wird. Wenn ich das Ganze so mache, wie bisher, also nach dem Motto "richte meinen ARP 2600 und Du kriegst die Meterbridge für den DM-24", wobei die ca. 40 aufgewendeten Stunden dann überwiegend in die Kategorie "Neugier und die Befriedigung, mal einen ARP 2600 restauriert zu haben" laufen, steigt irgendwann der Frustfaktor, weil bei solchen Monsterprojekten einfach keine Zeit mehr für die eigenen Projekte oder gar sowas wie Ruhe und Entspannung bleibt. Genau dies ist auch der Grund, warum ich inzwischen sowas komplett ablehne - abgesehen davon, dass bei dem Kumpel, dem ich inzwischen einige Geräte auf Vordermann gebracht habe, nun auch alles so funktioniert, dass er damit arbeiten kann.Mal kurz was anschauen und reparieren ist sicherlich mal drin - aber dann eher auf der Basis "komm mal mit dem Ding vorbei, dann schau ich mal rein". Kleinigkeiten. Unterstützung, kein Full-Service. Und kein Aufwand mit Rumschicken des Gerätes.
Kannst Du mir helfen, das Gerät XY zu reparieren?
Hier wirds jetzt mal richtig kompliziert. Ich habe unterschiedlichste Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln dürfen, die ich kurz zusammen fassen möchte.Du kennst Dich doch mit Gerät XY aus. Da tut irgendwas nicht, was kann ich machen, ums zu reparieren? (Spontanhilfe-Version)
Oft bekomme ich wirklich kaum mehr Details. Daher meine Bitte - so viele Details wie möglich mitliefern, was wurde schon geprüft, auf welcher Basis wurden Analysen durchgeführt, welche Kenntnisse und Werkzeuge stehen zur Verfügung?Es sollte auch jedem bewusst sein, dass auf so eine Frage fast nie eine Antwort der Form "ja, tausche einfach IC5 aus und das Ding tut wieder" kommen kann. Eine Fehleranalyse erfordert meistens mehrere Messungen, meistens mit dem Oszilloskop, und um die Messpunkte zu definieren, die Fähigkeit, Schaltpläne zu lesen und ein Oszilloskop zu bedienen. Genau deswegen setze ich eben diese Punkte voraus. Werkzeuge müssen vorhanden sein, Serviceunterlagen müssen vorliegen, Know-How muss da sein. Und schon stellt sich paradoxerweise die Situation ein, dass bei genauerer Betrachtung die Frage unnötig gewesen wäre, da eigentlich schon alles vorhanden ist, um das Problem alleine zu lösen.
Meine Antwort auf solche Fragen wird in Zukunft also immer kurz und knackig darauf hinauslaufen, in welchen Ecken der Gesamtschaltung der Signalweg gemessen werden sollte, und eventuell, sofern vorhanden, auch auf Erfahrungswerte, was in einem Gerät gerne mal ausfällt.
Ich komme mit einem Fehler nicht weiter, kannst Du mir helfen? (Extrem-Debugging-Version)
Ich hatte erst kürzlich einen Fall, wo jemand seinen Trident MK1 reparieren wollte. Kaum Ahnung von Elektronik, aber wenigstens ein Oszilloskop im Haus. Monatelang schon einigermassen ziellos irgendwelche ICs getauscht, ohne Erfolg. Hier kam ich dann mit ins Spiel. Die ganze Aktion hat zwar fast 2 Wochen gedauert und mich in dem Zeitraum fast jeden Abend gekostet, um per Chat die Kiste systematisch zu debuggen und zu reparieren, aber es war von Erfolg gekrönt und auch die freiwillige Gegenleistung hat mich erfreut. Insgesamt eine interessante Erfahrung. Auch die Fernreparatur einer CR-78 via Videochat, die früher schon mal kam, war eine sehr interessante Erfahrung (gibts auch ein YouTube-Video dazu). Hier war alles mit dabei. Vermittlung von Elektronik-Basiskenntnissen, Vermittlung des Wissens über den Umgang mit den Werkzeugen, und natürlich der Erfolg und ein glücklicher Fragender. Auch hier gabs ein schönes Dankesgeschenk. Es gesellten sich die Fernreparatur eines Roland System 700 per Telefon und noch ein paar andere Kleinigkeiten hinzu.Unterm Strich möchte ich aber trotz der positiven Erfahrungen solche Aktionen nicht mehr unbedingt durchführen. Ich weiss zwar, dass es funktionieren kann, selbst einen Elektroniklaien in solchen Themen durch die Aufgabe zu führen, manchmal kann es aber schon ziemlich Aufwand erfordern, ausreichend Disziplin in die Sache zu bekommen, um ein strukturiertes, effizientes Debugging zu erreichen, andererseits ist aber gerade die Aktion mit dem Trident ein Paradebeispiel für Ineffizienz - locker 40 Stunden für eine Aufgabe verheizt, die ich, wäre das Gerät hier gewesen, vermutlich in 2 Stunden durch gehabt hätte. Sicherlich hat die andere Seite dabei auch einiges gelernt und Selbstbewusstsein in dem Thema aufgebaut, andererseits geht sowas einfach wirklich nur, wenn ausreichend Langeweile auf meiner Seite vorhanden ist, was eher sehr selten der Fall ist.
Ich werde also solche Dinge in Zukunft entweder zeitlich entsprechend verschieben oder ganz ablehnen, das hängt dann davon ab, wieviel Know-How und Werkzeuge vorhanden sind, wie viel Zeit also geschätzt invenstiert werden muss.
Ich habe mir was tolles, aber defektes gekauft, kannst Du mir helfen?
Völlig falsche Ansatz. Wer sich bewusst etwas kauft, was er selber nicht beherrschen kann, um danach bewusst Andere damit zu belästigen, macht in meinen Augen etwas ziemlich falsch. Werde ich in Zukunft vollständig ablehnen. Vorher fragen hilft da weiter. Wenn jemand sich gezielt etwas ans Bein bindet, was Ressourcen erfordert, mit denen vorher die Hilfe nicht abgesprochen wurde, muss meiner Ansicht nach daraus lernen und mit seinem Problem alleine gelassen werden.Gut, wenns ne kleine Aktion ist, und ich gute Laune habe, mach ich ne Ausnahme :)
Schaltpläne oder sonstige Dokumentationen
Da es mir viel zu aufwändig ist, mich über die jeweiligen Urheberrechte von Unterlagen zu informieren, habe ich auf meinen Seiten hier keinerlei Schaltpläne von Fremdgeräten liegen. Das Material, was ich habe, habe ich entweder aus den gängigen Quellen im Netz, die sich über die Suchmaschine des Vertrauens finden lassen, oder ich habe es schlicht und einfach gekauft, auch hier lassen sich die Quellen im Netz finden. Wie groß mein Interesse ist, die Unterlagen, die ich für Geld gekauft habe, auf mein eigenes Risiko der Urheberrechtsverletzung kostenlos zur Verfügung zu stellen, sollte vermutlich auch ohne detailierte Erklärung klar werden. Daher werde ich jegliche Fragen nach Dokumentationen zu Fremdprodukten ganz einfach ignorieren oder, wenn ich gute Laune habe, mit einem Link auf diese Seite beantworten. Das mag zwar egoistisch klingen in Angesicht der Tatsache, dass ich mich selber der Quellen im Netz bediene, aber nachdem meine Versuche, diesen Quellen selber mal Dokumentationen zukommen zu lassen, unbeantwortet blieben, habe ich das Thema abgeschlossen. Ausnahmen kanns aber immer geben. Wer aber als völlig Fremder daher kommt und einfach nur nach Dokumentation fragt, wird keinen Erfolg haben.Schlusswort
Der Eine oder Andere mag obige Worte als arrogant empfinden. Ehrlich gesagt habe ich damit aber auch kein Problem. Denn oft sind die Leute mit den dümmsten Fragen auch die, die am schnellsten ziemlich übel angreifend werden, wenn man sie nicht sofort kostenlos bedient. Ich habe schon Fälle erlebt, wo ich nach bestem Wissen und Gewissen geholfen habe und erklärt habe, der Gegenüber es nicht kapiert hat, es langsam dahin ging, dass er mir sogar Behauptungen unterstellt hat, die so von mir nie kamen, weil er den Zusammenhang nicht verstanden hat, meine Versuche, den Sachverhalt richtig zu stellen mündeten in einer derart üblen Eskalation mit Beschimpfungen seinerseits, dass ich mich zumindest nicht mehr in Foren aufhalte und aktiv Fragen beantworte.Der Fall, dass nach Lösung eines Problems die Leute einfach auf nimmerwiederlesen verschwinden, ohne Dank oder Sonstiges, ist ja schon fast die Normalität. Nur in seltenen Fällen sind solche Hilfeaktionen wirklich für beide Seiten befriedigend. Und genau das ist der Grund, warum ich mittlerweile einfach nicht mehr bereit bin, jedem zu helfen, der eine Frage hat.
Seht bitte auch meine Zeit. Ich arbeite 8 Stunden am Tag, dazu ne Stunde Mittagspause, im Moment leider noch 2-3 Stunden pro Tag auf der Fahrbahn, macht insgesamt dann schon 11-12 Stunden, die rein für den Job weg gehen. Schlafen sollte man dazwischen auch mal noch, und ein wenig Entspannung nach der Arbeit muss auch sein. Die übrigen 3-4 Stunden pro Tag sind wirklich damit drauf gegangen, all die Fragen aus der ganzen Welt zu beantworten oder über sonstigen unwichtigen Kram zu diskutieren.
Ich bin der festen Auffassung, dass jeder seine Probleme mit Einsatz von etwas Hirn selber gelöst bekommt. Das Internet hält eine unglaubliche Menge an abrufbarem Wissen vor, und auch bei mir kommen sämtliche Kenntnisse über Synthesizer und deren detailierte Arbeitsweisen aus dem Internet. Die Basis war einfach nur eine Ausbildung als Elektroniker, die ich aber auch nur der Vollständigkeit halber mal gemacht hatte - die Wurzeln meiner Elektronikbasteleien gehen auf mein 6. Lebensjahr zurück, wo ich schon (damals noch wenig erfolgreich) immer wieder mal interessante Begegnungen mit dem elektrischen Strom hatte.
Der Rest war einfach nur learning-by-doing.
Leider hat das Internet neben dem positiven Effekt der Weiterbildung auch den gegenteiligen Effekt - das vollständige Stoppen der eigenen Denkfunktionen bei einigen Mitmenschen. Es ist ja mittlerweile nicht nur einfach, sich Informationen zu beschaffen (da musste man früher noch seinen Hintern z.B. in eine Bibliothek verfrachten), sondern auch, wildfremde Leute zu belästigen und den bequemen Weg einzuschlagen, diesen die Arbeit aufzuhalsen. Und da man ja so schön anonym im Netz ist, kann man ja den Befragten auch noch zur Sau machen, wenn er sich nicht sofort und unkompliziert versklaven lässt.
Sicherlich ist es ziemlicher Quatsch, für die Reparatur eines einzigen Synthesizers eine komplette Elektronikerausbildung durchzuführen, daher empfehle ich Allen, denen es nur darum geht, und die selber nicht die Grundkenntnisse haben, das Gerät in fachlich versierte Hände zu geben. Allen ambitionierten werdenden Elektronikern empfehle ich den Aufbau von Grundkenntnissen durch Ausbildung und Erweiterung der Kenntnisse durch intensives Experimentieren und Nutzung des Internets.
Aber das Wichtigste ist wohl - es gibt nichts, was man nicht schaffen kann. Aber man muss sich selber einfach mal zum Nachdenken zwingen und nicht von einem Fehlschlag ausbremsen lassen. Aus Fehlern lernt man, und wenn man sich nicht nur auf einen Transistor konzentriert, sondern das Gesamtbild drumrum mit betrachtet, kommt man deutlich besser voran.
Wer nun immer noch geneigt ist, mich zu irgendetwas zu fragen, wird durch den eingangs erwähnten Einsatz von Hirn überhaupt keine Probleme haben, eine für ihn angenehme Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu finden. Stichwort Internet. So unbekannt bin ich da nicht :)
Page last modified on Wednesday 30 of September, 2009 12:43:56 CET
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